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Blitzschutzkonzept für Bahnübergangsanlagen

Die Gewitter des ausklingenden Sommers haben vielen Betreibern von Signalanlagen einmal mehr eindrucksvoll verdeutlicht, welche Auswirkungen Überspannungen infolge von Blitzeinschlägen auf Bahnübergangs- sicherungsanlagen (BÜSA) haben können. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist, dass Schäden an den elektronischen Einrich­tungen nicht ausschließlich durch direkte Blitzeinschläge entstehen, sondern viel­mehr aufgrund von Potentialunterschieden in den elektrischen Anlagen oder des Bo­dens sowie durch elektromagnetische In­duktion in längeren Kabelstrecken. Haben Überspannungen erst einmal ihren Weg ins BÜSA-Schalthaus gefunden und Baugruppen und Backplanes zerstört, so führt dies immer zu betrieblichen Behinde­rungen und zu zeitaufwändigen Fehlersu­chen, die mit dem Bewachen des Bahn­übergangs durch Sicherungspersonal ein­hergehen. In der rechnergesteuerten Bahnüber­gangstechnik (RBÜT) von PINTSCH BA­MAG sind alle Ein- und Ausgabebaugrup­pen mit Suppressordioden bestückt, die bereits einen Schutz gegen Überspannungen bis 1,5 kV bieten. Überspannungen infolge von Blitzeinschlägen erfordern jedoch zusätzliche Maßnahmen.

Aus diesem Grund hat PINTSCH BAMAG in enger Zusammenarbeit mit der Firma DEHN+SÖHNE ein Konzept entwickelt, das die elektronischen Baugruppen der RBÜT wirksam gegen blitz­bedingte Überspannungen schützt. Kernelement dieses Konzeptes ist ein neu entwickeltes spezielles Typ 1-Kombi-Ableitermodul. Der damit erreichte effektive Schutz der elektronischen Baugruppen soll jedoch nicht zu einem höhe­ren Entstör- bzw. Instandhaltungsaufwand führen, wenn die Ableitermodule durch die Blitzeinwirkung beschädigt werden. Die Zustände der Ableitermodule werden deshalb von einem speziellen Überwachungsmodul mit Hilfe modernster RFID-Technologie berührungs­los abgefragt und erfasst. Mögliche Vorschädigungen der Module werden so rechtzeitig vor dem Ausfall eines Moduls erkannt und über die integ­rierte Diagnoseeinrichtung der RBÜT an eine Diagnosezentrale oder per SMS direkt an den Instandhalter gesendet.

Auf diese Weise wird ein gezielter Austausch vorgeschädigter Module möglich, noch bevor diese ausfallen. Ableiter-Module und Überwachungs­module können dazu im laufenden Betrieb aus ihren Basisteilen gezogen und getauscht werden, ohne den Betrieb der geschützten Baugruppen zu stören. Das Blitzschutzkonzept ist für die Bahnübergangstechniken RBÜT vom Eisenbahnbundesamt (EBA) zugelassen und von der DB Netz AG freige­geben. Auch erste Anlagen der Bauform BÜP wurden bei Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE) bereits mit den Blitzschutzmodulen ausgerüstet und von den  entsprechenden Landeseisenbahnaufsichten ge­nehmigt. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wurde in entsprechenden Tests, Betriebserprobungen und bereits ausgrüsteten Anlagen im praktischen Betrieb bei der DB Netz AG eindrucksvoll unter Beweis gestellt.Daher wird derzeit eine systematische Nachrüstung bestehender Anlagen und eine Ausweitung des Konzeptes auf EBÜT 80 Anlagen diskutiert.

Pintsch Bamag

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